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    Der Pfaffenspiegel


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    On 28.02.2020
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    Der Pfaffenspiegel

    Der Pfaffenspiegel (German Edition) - Kindle edition by Corvin, Otto von. Download it once and read it on your Kindle device, PC, phones or tablets. DERPFAFFENSPIECE HISTORISCHE DENKMALE DES CHRIS LICHEN HANA ISMUS Otto von Corvin Der Pfaffenspiegel - Historische Denkmale des. Beschreibung. Der Pfaffenspiegel (Historische Denkmale des christlichen Fanatismus) aus dem Jahr ist ein kirchenkritisches Buch des ostpreußischen.

    Der Pfaffenspiegel Produktinformationen

    „Der Pfaffenspiegel“ war ab der Titel des erschienenen klerikerkritischen Buches Historische Denkmale des christlichen Fanatismus des ostpreußischen Autors Otto von Corvin aus dem Jahr Das „gepfeffert polemische Werk“ erlebte bis. „Der Pfaffenspiegel“ war ab der Titel des erschienenen klerikerkritischen Buches Historische Denkmale des christlichen Fanatismus des​. Der Pfaffenspiegel | Corvin, Otto von | ISBN: | Kostenloser Versand für alle Bücher mit Versand und Verkauf duch Amazon. Der Pfaffenspiegel (), mit dem er die katholische Kirche angriff sein bekanntestes Werk. Es fällt schwer, die in diesem Buch behandelten Themen nicht zu. Top-Angebote für Pfaffenspiegel in Antiquarische Bücher online entdecken bei eBay. Top Marken | Günstige Preise | Große Auswahl. Der Pfaffenspiegel (German Edition) - Kindle edition by Corvin, Otto von. Download it once and read it on your Kindle device, PC, phones or tablets. Der Pfaffenspiegel (German Edition) [Corvin, Otto von] on kanaren-online.eu *FREE* shipping on qualifying offers. Der Pfaffenspiegel (German Edition).

    Der Pfaffenspiegel

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    Der Pfaffenspiegel Inhaltsverzeichnis Video

    Otto von Corvin kanaren-online.eu Der Pfaffenspiegel Anhand der eigens propagierten und durchgeführten Ächtung sämtlicher Perversionen seitens der christlichen Kirche klärt der Autor über die eigentlichen moralischen Zustände und Begebenheiten innerhalb der Diözesen auf und verweist mehrfach auf die kapitalistische Kreativität der Gottesdiener. Sie haben bereits bei einem früheren Besuch Artikel in Ihren Warenkorb gelegt. Erscheinungsdatum Angemeldet bleiben. Bitte melden Sie sich an, um Ihre Merkliste zu sehen. Der Artikel wurde dem Warenkorb hinzugefügt. Zur Kasse. Der Pfaffenspiegel ist ein kirchenkritisches Buch. Bitte melden Sie sich an, um eine Bewertung als Missbrauch zu Der Pfaffenspiegel. Beschreibung Dieses eBook: "Der Pfaffenspiegel - Historische Denkmale des christlichen Fanatismus Vollständige Ausgabe " ist mit Dominique Mitten Im Leben detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen.

    Sind darin vorkommende Tatsachen und Worte nicht immer anständig, dann halte man sich deshalb an diejenigen Heiligen, Päpste oder Priester, welche solche unanständige Handlungen begingen oder unanständige Worte gebrauchten; — auf die zarten Nerven parfümierter Dandys kann man nicht Rücksicht nehmen, wenn man gegen einen frechen, unverschämten Feind und für die Wahrheit kämpft.

    Die Zeit des Schreibens war nun vorläufig vorüber, und mit Tausenden Gleichgesinnter griff ich zum Schwert.

    Ich focht in erster Reihe und bis zuletzt. Die fürstliche Gewalt hatte bereits überall in Deutschland gesiegt, als wir die Festung Rastatt übergaben, deren Verteidigung ich als Chef des Generalstabes geleitet hatte.

    Ich wurde zum Tode verurteilt, aber nicht einstimmig. Die eine dissentierende Stimme, die Anwendung eines in bezug darauf erlassenen Gesetzes und ein Zusammentreffen anderer glücklicher Umstände erretteten mich vom Tode; allein ich ward volle sechs Jahre in der einsamen Zelle eines pennsylvanischen Gefängnisses lebendig begraben.

    Wen die Einsamkeit eines solchen Gefängnisses nicht geistig zertrümmert, den läutert und kräftigt sie.

    Manche meiner Leidensgefährten starben, manche kehrten mit zerstörtem Körper und Geist hilflos in die Welt zurück.

    Weder mein Geist noch meine Gesundheit hatten gelitten; im Gegenteil, was andere zerstörte, hatte mich gekräftigt. Ich sah dort viel und lernte viel.

    Das Herz des Deutschen bleibt überall deutsch, wenn auch seine Zunge englisch redet, und jeder sehnt sich danach, Deutschland wiederzusehen.

    Wer kümmert sich heute noch um die Leute, welche die Bäume pflanzten, die uns Schatten und Nutzen gewähren! Das Blut der Märtyrer von und 49 und die Tränen ihrer Weiber und Kinder sind nicht umsonst geflossen.

    Die Veränderungen in der menschlichen Gesellschaft entwickeln sich eben in ähnlicher Weise wie die in der Natur, — allmählich und langsam, und es ist unvernünftig von denen, die doch sonst die Wunder leugnen, Wunder zu verlangen.

    Von den politischen Folgen der Jahre und 49 will ich indessen hier nicht reden; ich habe mit ihnen hier nichts zu tun, ich will nur den geistigen Fortschritt in Betracht ziehen.

    Der unvernünftige Glauben hat in diesen zwanzig Jahren viel Terrain verloren, und die Hauptstütze desselben, das Papsttum, hängt noch an einem schwachen Lebensfaden.

    Die Macht der Pfaffen ist unterwühlt selbst in Österreich, Italien und Spanien, und die ungeheuren Anstrengungen, die gemacht werden, sie aufrechtzuerhalten, sind nutzlos.

    Ich lasse daher die innerhalb der protestantischen Kirche auftauchenden Dummheiten unberücksichtigt, wenigstens sind sie nicht der Hauptgegenstand dieses Buches.

    Ich habe es hier speziell mit den von Rom ausgehenden Dummheiten und Nichtswürdigkeiten zu tun und zeige dem Volk das Gesicht der römischen Pfaffheit, wie es in dem Spiegel der Geschichte erscheint.

    Die erste Auflage dieses Buches war bald vergriffen, und meine lange Abwesenheit von Deutschland hinderte mich daran, eine zweite zu veranstalten.

    Als ich jedoch im vorigen Jahr von Amerika zurückkehrte, wurde ich von sehr verschiedenen Seiten dringend dazu aufgefordert. Im Buchhändler-Börsenblatt wurde das Buch fast wöchentlich gesucht, und es war selbst antiquarisch nirgends zu haben.

    Ich selbst konnte kein Exemplar auftreiben und hatte es mir von einem Privatmanne zu borgen, welcher es jemand verliehen, der es wiederum einem Freunde in einer anderen Stadt mitgeteilt hatte!

    Die Veränderungen, die während dieser zwanzig Jahre in Deutschland stattgefunden hatten, machten eine teilweise Umarbeitung notwendig.

    Zeitanspielungen durchzogen das ganze Buch, und ich hatte es durchaus zu revidieren und vermehrte dasselbe durch ein Kapitel, welches ich hauptsächlich dem zweiten Bande entnahm.

    Ich veränderte auch den Titel, da mir christlicher Fanatismus eine contradictio in adjecto schien.

    Wenn ich an den mitgeteilten Tatsachen nichts änderte, höchstens einige hinzufügte, und ebensowenig an dem Stil und Ton des Buches, so tat ich das mit voller Überlegung.

    Ebensowenig halte ich es für angemessen, es aufzugeben, die Dinge beim rechten Namen zu nennen. Hoffentlich wird mein Buch noch zur Kirchenversammlung fertig, von der sich der Papst die Wiederherstellung der römischen Herrlichkeit verspricht; mein Buch mag den Herren zum Nachschlagen dienen, wenn sie vielleicht vergessen haben sollten, was die römische Kirche vorschreibt und glaubt.

    Das hat sich indessen seit der Reformation und den aus derselben sich entwickelnden Revolutionen geändert.

    Selbst solche Kaiser und Könige, welche noch sehr geneigt wären, die römische Kirche gewähren zu lassen, weil die durch dieselbe geförderte Verdummung der Despotie günstig ist, sind von der öffentlichen Meinung, welche durch den Arm des Volkes manchmal Throne zertrümmert und Kronen — samt den Köpfen — herunterschlägt, gezwungen worden, ihrer unumschränkten Gewalt feierlich zu entsagen und ihre despotischen Gelüste hinter sogenannten Konstitutionen zu verbergen, über welche sie lachen mögen, die aber das Volk sicher zur Wahrheit machen wird, wenn es sich erst von der geistigen Knechtschaft der Kirche befreit und damit unehrlichen Fürsten alle Hoffnung auf die Rückkehr zur alten despotischen Herrlichkeit abgeschnitten hat.

    Unzweifelhafte Fälle sollen dann in folgenden Auflagen und auch durch Zeitungen zur Kenntnis des Publikums gebracht werden. Aus verschiedenen streng katholischen Ländern der Welt, wie Spanien, Italien, Südamerika, erhielt ich zustimmende und ermutigende Briefe und hatte auch die Freude, ein eigenhändiges Schreiben von dem alten Helden Garibaldi zu empfangen, in welchem er sich freudig anerkennend über die Tendenz meines Buches ausspricht.

    Der Gedanke der Verlagsbuchhandlung, eine wohlfeile Volksausgabe des Pfaffenspiegels zu veranstalten, ist ein sehr glücklicher und mit meinen Ansichten durchaus übereinstimmender.

    Jesuiten, die nichts weniger als blind für ihre speziellen Interessen sind und im Trüben zu fischen hoffen, umgarnen den altersschwachen Mann, nähren seine krankhafte Neigung zu mystischer Schwärmerei und zugleich seinen geistlichen Hochmut und veranlassen ihn, dem in Rom versammelten Konzil Beschlüsse aufzuzwingen, gegen welche sich der gesunde Menschenverstand und praktische Sinn der würdigsten Bischöfe empört, und welche, wenn sie zur Ausführung kommen sollten, die geistliche Macht unfehlbar stürzen müssen, welche länger als ein Jahrtausend den Geist der Menschen knechtete und den Fortschritt aufhielt.

    Ich halte es für ein verdienstliches Werk, zur Beschleunigung dieses Umsturzes nach Kräften beizutragen, indem ich dem gläubig vertrauenden Volke die Gestalt der römischen Kirche zeige, wie sie erscheint, wenn sie von dem sie verhüllenden Plunder der Lüge und Falschheit befreit ist.

    Damals bestand noch die Zensur in aller Strenge, und der damalige Leipziger Zensor, ein Professor namens Hardenstern , durchforschte mein Manuskript mit ganz besonderer Sorgfalt, und sein Rotstift strich manche Stellen weg.

    Dieses Schicksal betraf besonders lange Passagen aus den Schriften römisch-katholischer Heiliger und Kirchenväter, die der Herr Professor nicht kannte.

    Er ersuchte mich, die Quellen stets mit Bleistift am Rande zu bemerken, da er imstande sei, sich selbst zu überzeugen. Da das Buch nur historische Tatsachen enthielt, welche entweder direkt nur römisch-katholischen Schriftstellern oder Werken entnommen waren, die seit Jahren in Deutschland bestanden, so erteilte der strenge Zensor dem Buche das Imprimatur.

    Die Exemplare waren bald abgesetzt. Es kamen nun die Jahre und , an deren politischen Ereignissen ich einen sehr regen Anteil nahm, infolgedessen ich zum Tode verurteilt, allein zu Zellengefängnisstrafe begnadigt wurde, die ich sechs volle Jahre, die höchste vom Gesetz gestattete Zeit, in Bruchsal in Baden erduldete.

    Schon gleich nachdem meine Rückkehr nach Deutschland bekannt wurde, erhielt ich von den verschiedensten Seiten die allerdringendsten Aufforderungen, eine neue Auflage meiner historischen Denkmale herauszugeben.

    Die Auflage wurde bald abgesetzt, und es erschien die gleichfalls Exemplare starke dritte Auflage, die in sechs Wochen vergriffen war. Diese Illustrationen lieferten der damaligen württembergischen Regierung den Vorwand, das mit königlich sächsischer Zensur erschienene Buch mit Beschlag zu belegen und seinen Verkauf bei Strafe zu verbieten.

    Während die drei ersten Auflagen erschienen, war von keiner deutschen Behörde eine Klage gegen den Inhalt des Buches erhoben worden, ja nicht einmal von Seiten der römischen Geistlichkeit ein Versuch gemacht worden, eine der darin enthaltenen historischen Tatsachen zu bestreiten, obwohl ich dringend darum ersucht hatte, mir etwaige Irrtümer nachzuweisen.

    Der Verlagsbuchhändler Herr A. Inhalt Inhalt Vorreden Einleitung I. Alle Autoren. Ulrich von Hutten. Sehr viele behängten sich mit schweren eisernen Ketten und Gewichten.

    Der heilige Eusebius trug beständig zweihundertundsechzig Pfund Eisen an seinem Körper. Einer dieser Narren, namens Thaleläus, klemmte sich in den Reifen eines Wagenrades und brachte in dieser angenehmen Stellung zehn Jahre zu, worauf er sich, zur Belohnung für seine Ausdauer, in einen engen Käfig zurückzog.

    Wahrlich ein rarer Vogel! Simeon stellte sich nämlich auf die Spitze einer Säule und blieb hier jahrelang stehen.

    Die erste Säule, die er zu diesem Zwecke benützte, war nur vier Ellen hoch, aber je höher sein Wahnsinn stieg, desto höher wurden auch seine Säulen.

    Wie er es eigentlich anfing, nicht herunterzufallen, wenn ihn der Schlaf überkam, ist schwer zu begreifen; allein wahrscheinlich gewöhnte er sich stehend zu schlafen wie Pferde und Esel.

    Diese Säulentollheit fand viele Nachahmer, besonders im warmen Morgenlande. Der damalige Bischof war aber noch nicht so tief in den Geist der römischen Kirche eingedrungen wie Herr Bischof Arnoldi, der vor etwa zwanzig Jahren den angeblichen ungenähten Rock Jesu für Geld zeigte, denn sonst würde er nicht die Säule haben umstürzen und den Narren — ich meine den Heiligen — zur Stadt hinausjagen lassen.

    Hieronymus geb. Einige bestrichen, um sich den Kampf zu erleichtern, ihre rebellischen Glieder mit Schierlingssaft, und andere machten der Sache völlig ein Ende, indem sie die Wurzel des Übels ausrotteten.

    Dann hörte freilich alles auf, auch die Versuchung, und wenn ein Verdienst im Überwinden liegt, auch das Verdienst. Der sonst so vernünftige Kirchenvater Origenes tat dies ebenfalls; aber seine Tat war keineswegs originell, da heidnische Priester der Kybele diese unangenehme Operation ziemlich häufig mit sich vornahmen.

    Nun, Gott sei Dank, vor der Rückkehr dieses Fanatismus sind wir sicher! Den heiligen Pachomius trieb das innerliche Feuer in die Wüste, weil er es hier leichter zu ersticken meinte als in der Welt, wo so viel zweibeiniger Zündstoff umherläuft.

    Er kämpfte oft mit sich, ob er seinen entsetzlichen Qualen nicht durch den Tod ein Ende machen solle. Einst legte er sich nackt in eine Höhle, welche von Hyänen bewohnt wurde.

    Als das Entsetzliche geschehen war, ging es ihm wie manchem andern nach ähnlichen Vorfällen; er erkannte jetzt, wer seine Hand dabei im Spiel hatte, und gab dem schönen Mädchen als Dank eine ungeheure Maulschelle.

    Er fand eine Aspis oder kleine Brillenschlange und setzte sie in seiner Wut gleich einem Blutegel an das Glied, welches Origenes sich abschnitt.

    Mit Mystizismus vereinigte Dummheit und daraus entstehende Schwärmerei stecken an und verbreiten sich wie Pest und Cholera.

    Die ganze Christenheit wurde von dieser asketischen Schwärmerei ergriffen. Pachomius, der eigentliche Stifter derselben, hatte in dem seinigen vierzehnhundert Mönche und führte noch über siebentausend andere die Aufsicht.

    Die Heiden mochten spotten soviel sie wollten, um dieses heilige Feuer auszulöschen; es gelang ihnen nicht, denn die geachtetsten Kirchenlehrer priesen das Mönchs- und Einsiedlerleben über alles und nannten es den geraden Weg in das Paradies.

    Die heiligsten Bande der Natur wurden zerrissen. Ammo las seiner Braut die Briefe des Paulus an die Korinther vor!

    Johannes Colybita, der Sohn angesehener Eltern, wurde ebenfalls in der Brautnacht von dem frommen Kanonenfieber gepackt; er floh die Versuchung und ging in die Wüste.

    Das unüberwindliche Heimweh trieb ihn in die Vaterstadt zurück. Hier lebte er siebenzehn Jahre als elender Bettler in einer Hundehütte, die er neben die Wohnung seiner um ihn trauernden Eltern gestellt hatte, denen er sich erst in seiner Todesstunde zu erkennen gab.

    Dies waren die Früchte der Lehren solcher Männer wie St. Sehr viele trieben auch die Eitelkeit und der Ehrgeiz zum asketischen Leben, denn die Einsiedler und Mönche standen im höchsten Ansehen.

    Kamen sie in eine Stadt, so wurden sie im Triumph empfangen, und zogen sie bei einer solchen vorbei, dann strömten Tausende zu ihnen heraus, um sich ihren Rat und ihren Segen zu erbitten.

    Salamanius aus Kapersana, einem Dorfe am Euphrat, hatte sich in ein Haus sperren lassen, welches weder Fenster noch Türen hatte.

    Einmal im Jahr öffnete er diesen Käfig, um die Lebensmittel in Empfang zu nehmen, welche ihm herbeigeschleppt wurden, wobei der heilige Mann aber mit niemandem redete.

    Die Bewohner seines Geburtsortes glaubten ein Recht auf diese Blume der Heiligkeit zu haben und entführten den Narren; aber kaum hatten sie ihn einige Tage, als er ihnen wieder von den Bewohnern eines benachbarten Dorfes gestohlen wurde.

    Alle diese gewaltsamen Veränderungen waren nicht imstande, dem Heiligen ein Wort zu entlocken. Eine recht unschuldige Liebhaberei für einen Kaiser, die auch moderne Imperatoren haben, wenn das Federvieh nur aus der rechten Tonart kräht.

    Unter den schrecklichen Operationen, die sie mit ihrem Körper vornahmen, litt auch der Geist, und so darf es uns nicht befremden, wenn diese Leute allerlei Erscheinungen und Visionen hatten, die sie für Wirklichkeit nahmen und die nur dazu dienten, ihren zerrütteten Verstand noch mehr zu verwirren.

    Die Kirchenschriftsteller, welche diese Wunder nacherzählen, waren ernsthafte Männer und tun dies im festen Glauben an die Wahrheit dessen, was sie berichten.

    Erst die spätern mag hin und wieder Eigennutz zum absichtlichen Betruge verleitet haben. Ich würde alle diese Wunder als abgeschmackt übergehen, wenn man sie nur allein in jener finstern Zeit geglaubt hätte, allein noch heute gelten sie Tausenden von römischen Katholiken als Wahrheit.

    Lange wollen wir uns übrigens in dieser halb bemitleidenswerten, halb lächerlich tollen, heiligen Gesellschaft nicht aufhalten.

    Wer den ganzen Unsinn der Wunder kennenlernen will, braucht nur eines der Heiligenbücher zu lesen, welche von der Geistlichkeit in den römisch-katholischen Ländern empfohlen und verbreitet werden.

    Paulus, St. Pachomius, St. Antonius, St. Hilarion und St. Macarius Nr. Alle Übel, welche ihr kranker Körper- und Seelenzustand mit sich brachte, wurden für Wirkungen des Teufels gehalten.

    Manche der Einsiedler mag auch die Eitelkeit verführt haben, Erscheinungen vorzugeben, um ihr Verdienst in den Augen der Menschen zu erhöhen. Hexenprozesse fanden noch im vorigen Jahrhundert statt, und der gemeine Mann in vielen, nicht nur römisch-katholischen Ländern, glaubt noch heute steif und fest an Hexen.

    Dem heiligen Antonius werden viele Wunder zugeschrieben. Gar häufig umgaben sie zudringlich seine Höhle, warteten aber stets, bis er sein Gebet vollendet hatte, dann empfingen sie seinen Segen und zogen mit den christlichen Gedanken auf Raub aus.

    Als er den in seinem hundertunddreizehnten Jahr gestorbenen heiligen Paulus aus dem ägyptischen Theben begrub, halfen ihm zwei fromme Löwen das Grab machen.

    Als sie fertig waren, empfingen sie seinen Segen und zogen, christlich mit dem Schwanze wedelnd, vergnügt und mit erleichtertem Gewissen tiefer in die Wüste.

    Einst kam eine Hyäne an seine Tür und pochte bescheiden an. Dieser geht in seine Zelle, jene trollt vergnügt in die Wüste und raubte von nun an keine Lämmer mehr, sondern wahrscheinlich — Schafe.

    Das erste Wunder, welches der heilige Hilarion tat, klingt nicht so unglaublich. Eine junge Frau, die von ihrem Manne verachtet wurde, weil sie ihm keine Kinder gebar, holte sich Rat bei dem zweiundzwanzigjährigen Heiligen.

    Er betete allein mit ihr, und nach neun Monaten kam sie wirklich mit einem durch tätiges Gebet bewirkten kleinen Heiligen nieder. Doch wozu noch mehr dieser Wunder anführen?

    Die im Orient entstandene Schwärmerei fand auch in Europa den lebhaftesten Anklang, und besonders wirkte dafür St.

    Hieronymus , von dem wir schon früher geredet haben. Beide wirkten sowohl durch eigenes Beispiel als durch Schriften.

    Ich werde später noch manchmal Stellen aus seinen Schriften anführen müssen. Er war in Strydon in Dalmatien geboren, hielt sich lange Zeit in Rom auf und starb in seinem Kloster in Bethlehem.

    Der Hang zum asketischen Leben nahm nun schnell in Europa überhand, und Heilige und Klöster schossen überall wie Pilze auf.

    Der heilige Martin war der erste, welcher Klöster in Frankreich anlegte. Er war in Panonien geboren und hatte das Kriegshandwerk ergriffen.

    Sein Ruf verbreitete sich bald; er wurde Erzbischof von Tours und ein sehr stolzer Heiliger. Als er vor Kaiser Valentinian erschien, wollte dieser sich nicht von seinem Throne erheben, um St.

    Ehe ich aber dazu schreite, will ich die gläubigen Christen darüber belehren, was denn eigentlich solch ein Heiliger bedeutet und wozu er noch heute gut ist.

    Georg, St. Moritz und St. Thomas, und der Schutzheilige der Schweine ist St. Die Jurisdiktion über die Juristen hat St. Ivo, über die Ärzte St.

    Cosmus und St. Damian, über die Jäger St. Hubertus, und die Trinker stehen unter dem Schutze St. So hat auch jedes Gewerbe seinen besonderen Heiligen, denen die römisch-katholischen Handwerker wahrscheinlich ihr Geschäft anvertrauen, wenn die vielen Festtage oder die Wallfahrten zur heiligen Garderobe sie abhalten, selbst dafür zu sorgen.

    Auch jede Nation hat ihren besonderen Schutzheiligen. Die Portugiesen haben St. Antonius, der neben den Schweinen auch sie behütet; die Spanier St.

    Jakob, welcher sich kürzlich als der wahre Jakob erwiesen hat; die Franzosen St. Denis, die Engländer St. Georg, die Venezianer St.

    Markus, und die Deutschen werden einen eigenen Schutzheiligen bekommen, wenn sie eine Nation sind; einstweilen besorgen die Schutzheiligen anderer Nationen ihre diplomatischen Geschäfte im Himmel.

    Aja hat die Rechtswissenschaft studiert und hilft in Prozessen; St. Cyprian beim Zipperlein; St. Florian bei Feuersgefahr; St.

    Nepomuk gegen Wasserflut und in Verleumdung; St. Benedikt gegen Gift; St. Hubertus gegen die Hundswut; St. Petronella im Fieber; St.

    Rochus gegen die Pest; St. Ulrich gegen die Ratten und Mäuse; St. Margaretha wenden, welche auch bei schweren Geburten hilft.

    Blasius bläst das Halsweh weg, und St. Valentin hilft gegen die fallende Sucht; St. Lucia gegen Augenübel, und Vieharzt im Himmel ist St.

    Benedikt ist der Vater der zahlreichen Benediktinermönche. Er wurde in Nursia in Umbrien geboren und starb Die Legende erzählt von ihm merkwürdige Dinge.

    Schon im Mutterleibe sang er Psalmen, und wenn er als Kind weinte, dann brachten ihm die Engel Bischofsstäbe, Bischofsmützen und Breviere zum Spielen und machten Musik auf Instrumenten, die erst viele Jahrhunderte später unter den Menschen erfunden wurden.

    Benedikt vom Teufel heftig verfolgt wurde, der ihn, als der fromme Mann sich in eine Einöde vergraben hatte, beständig in Gestalt einer Amsel umschwärmte.

    Seine Mönche sollten arbeiten; allein von Selbstquälerei und dergleichen ist darin nichts vorgeschrieben.

    Seine Klosterregel wurde bald die Grundlage aller anderen, und die Benediktinerklöster waren die Zufluchtsorte für Künste und Wissenschaften, welche ohne sie vielleicht ganz und gar im rohen Mittelalter von dem Christentum verschlungen sein würden.

    Wir mögen daher immerhin St. Benedikt als einen der achtungswertesten Heiligen verehren und ihm die dummen Wunder nicht zur Last legen, welche ihm spätere Verehrer andichteten.

    Von seiner Klosterregel weicht die des irdischen Mönches Columbanus merklich ab; in seinem Zuchtbuche regnet es für das geringste Vergehen Dutzende von Hieben.

    Der englische Mönch Winfried, der nachher St. Er führte die Klöster in Deutschland ein und mit ihnen allen Segen Roms. Die Friesen erwarben sich das Verdienst, ihn nebst dreiundfünfzig Pfaffen totzuschlagen am 5.

    Juni

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    Dieses eBook: "Der Pfaffenspiegel - Historische Denkmale des christlichen Fanatismus Vollständige Ausgabe " ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Jahrhundert hinein immer neue Auflagen. Corvin war nach einer Ausbildung im Militärdienst schriftstellerisch und publizistisch tätig. In den Warenkorb. Hexenprozesse fanden Wann Spielt Deutschland im vorigen Jahrhundert statt, und der gemeine Mann in vielen, nicht Sandy Waxler römischkatholischen Ländern glaubt noch heute steif und fest an Hexen. Er und seine Nachfolger verstanden es herrlich, Franzens Ordensregeln auszulegenund dabei Die Hütte Film Trailer ihre Klöster so reich wie keine anderen. Er sagt: "Bei weiblichen Bandslam sitzt der Jammer gewöhnlich auf dem Fleckchen, das man nicht gerne nennt, und bei den männlichen hat den Fleck Hudribas getroffen. Bernhard selbst hatte Ziemlich Beste Nachbarn angelegt, die eine zahlreiche Nachkommenschaft hatten, denn Channel21 Mocca zehn Jahre nach des Heiligen Tod gab Bollywood Filme Lebe Und Denke Nicht An Morgen Auf Deutsch Streamund hundert Jahre später gegen Bernhardiner- oder Zisterzienserklöster. Als sie Nonne war, erschien ihr einst Jesus und drückte ihr seine fünf Wundenmale ein. Durch die Seltenheit ihrer Erscheinung locken sie an und den Leuten das Geld aus Kaufhaus Des Westens Tasche - das einzige Wunder, welches überhaupt Jessica Rothe Filme Reliquie jemals vollbracht hat. Zu seiner Beruhigung wolle er die Hosen feierlich abholen.

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    So entstand denn allmählich infolge unabsichtlicher und absichtlicher Täuschung über die Beziehung zwischen Göttern, Priestern und den anderen Menschen ein System, welches auf dem Glauben beruhte, den das Volk den Aussagen der Priester schenkte.

    Die Priester ordneten die Art und. So wuchs das Ansehen der Priester von einem Menschenalter zum andern immer mehr, und sie waren die eigentlichen Herrscher des Volkes.

    Sie wurden Häuptlinge - Fürsten. Die Spekulation der Priester bildete diesen traditionellen Glauben zu einem komplizierten System aus,.

    Jeder Schritt, den die Wissenschaft vorwärts tat, trat irgendeiner Priesterlüge auf den Kopf. Es war daher eine Lebensfrage für das Ansehen der Priester oder was sie mit sich selbst zu identifizieren verstanden, der Religion, die Entwicklung der Vernunft nach Kräften zu hemmen und die Verbreitung der unvertilgbaren Resultate der Wissenschaft zu verhindern, was zunächst durch die despotische Macht geschehen konnte.

    Da nun aber häufig Konflikte zwischen der Herrschsucht der Priester und derjenigen der Fürsten entstanden, so waren die ersteren darauf bedacht, für ihre Macht eine noch festere Begründung zu schaffen, als sie das sie mit den Despoten verbindende gemeinschaftliche Interesse darbot, welches nur bis zu einer gewissen Grenze gemeinschaltlich war.

    Zu diesem Ende bemächtigten sie sich der Erziehung der Jugend. Das genügte indessen ihrer Vorsicht noch nicht. Das Mittel, dies vollkommen zu erreichen, war, in den Menschen die Furcht zu pflanzen vor entsetzlichen Gefahren die einzig in dem Gehirn der Priester ihren Ursprung fanden und gegen welche allein die Priester die Mittel zu vergeben hatten.

    Es gibt zwei Arten von Glauben: der vernünftige und der unvernünftige, und ihre Erklärung liegt schon im Beiwort.

    Beispiele werden meine Ansicht klarer machen als Definitionen. Erzählt mir jemand, er habe im Oktober einen Kastanienbaum blühen gesehen und ich glaube ihm, so ist mein Glaube ein vernünftiger, selbst wenn derjenige, der mir die Sache erzählt, eine Unwahrheit sagen sollte.

    Man sagt, die Sonne sei einundzwanzig Millionen Meilen entfernt. Mein Glaube ist daher auf Erfahrung begründet, also vernünftig.

    Es teilt mir jemand mit, ein Mensch sei von Liverpool nach Neuyork durch die Luft geflogen. Die wirklich festgestellten Erfahrungen vor uns lebender Beobachter sind das kostbarste, nie wieder zu verlierende Erbteil des lebenden Geschlechts.

    Die Vernünftigkeit des Glaubens an diese die Erfahrung begründenden Tatsachen hängt von den Gründen ab, welche wir haben, an die Wahrhaftigkeit der Personen zu glauben, von welchen sie uns mitgeteilt wurden, wie auch von dem Grad ihrer geistigen Ausbildung, ihrem Charakter und ob sie fähig sind, eine absichtliche Unwahrheit zu sagen, wenn es ihrem Interesse dienen kann; ferner, ob die berichtete Tatsache isoliert dasteht, ob gleichartige von andern beobachtet wurden, ob sie ganz bekannten Naturgesetzen in bestimmter Weise zuwider sind und von vielen andern Gründen.

    Die Glaubwürdigkeit einer mitgeteilten Tatsache beruht daher zunächst auf der Autorität der Person, von welcher sie berichtet wird, und ob sie wirklich als selbst gesehen oder erfahren, oder als geglaubt, von Hörensagen angegeben wird.

    Auf Erfahrung beruht die Wissenschaft; die Tatsachen sind die Sprossen der Leiter,welche unsere Vernunft zur Erkenntnis der Wahrheit führen, und daher ist die Wissenschaft der Todfeind des unvernünftigen Glaubens, da sie ihn als solchen erkennen lehrt und mit dieser Erkenntnis vernichtet.

    Unvernünftigen Glauben nennt man gewöhnlich Aberglauben, und nach der Erklärung, die ich von der Entstehung der Religion gegeben habe, kann ich ohne alles Bedenken den religiösen Glauben als unvernünftigen oder Aberglauben bezeichnen.

    Im allgemeinen nennt man Wunder jede Erscheinung, Handlung oder Tatsache, deren Ursprung die Wissenschaft nicht angeben und nachweisen kann; ja, wir dehnen den Begriff dieses Wortes auch auf solche Erscheinungen aus, deren Ursachen wir wohl kennen, die uns aber als ungewöhnlich oder als besonders merkwürdig auffallen, und in diesem Sinne reden wir zum Beispiel von Naturwundern.

    Den Völkern früherer Zeiten erschien eine Sonnen- oder Mondfinsternis oder ein Komet als ein Wunder, und derselbe Fall war es mit einer Menge von Erscheinungen, deren Ursprung die jetzige Wissenschaft nicht nur ganz klar nachweist, sondern auch ganz genau im voraus berechnet.

    Einen Beweis dafür finden wir in dem Verhalten der alten ägyptischen Priester, die in der Erkenntnis der Natur und der Eigenschaft vorhandener Dinge sehr weit vorgeschritten waren und Erfindungen und Entdeckungen machten, die erst nach sehr vielen Jahrhunderten auf anderen Wegen ebenfalls entdeckt und allgemein bekannt wurden.

    Man fand z. Diese Kunst setzt aber schon bedeutende andere Erfahrungen und Entdeckungen in bezug auf die Eigenschaften natürlicher Substanzen voraus.

    Sie verrichteten Handlungen, welche die übrigen Menschen als Wunder betrachteten, und viele Schriftsteller der alten Zeit berichten von ägyptischen Künsten und ägyptischer Wissenschaft.

    Ich erwähne diese ägyptische Wissenschaft insbesondere deshalb, weil sie die Mutter der in der Bibel erzählten Wunder ist, die wieder die Veranlassung zu den Wundern der römisch-katholischen Kirche wurden, welche jedoch meistens keineswegs mit Hilfe der Wissenschaften hervorgebracht, sondern von den Priestern erfunden wurden.

    Die Ursache oder Macht, welche das, was ist, bewegt und erhält ist Gott; und was ich in dem hier Folgenden sage, bezieht sich durchaus auf diesen Begriff und auf keine subjektive Vorstellung der Weltursache, wie sie irgendeiner der bestehenden oder vergangenen Religionen zugrunde liegt.

    Ich rede auch nicht von der Vorstellung, die ich mir selbst von Gott mache, denn diese, so vernünftig sie auch sein oder erscheinen mag, hat doch immer nur einen subjektiven Wert wie jede andere Gottesvorstellung; ich untersuchte mit meiner Vernunft einfach, inwieweit sich die Idee der Allmacht und einer Erschaffung aus dem Nichts mit dem von mir oben definierten Begriff Gott verträgt.

    Wir erkennen die Beschaffenheit einer Ursache einzig aus ihrer Wirkung, und zunächst erscheint uns als eine solche das Weltall mit den Gesetzen, die es erhalten und bewegen.

    Wir haben keinen anderen Anhaltspunkt für die Beurteilung dieser Kraft, welche den Stoff zu organischen Körpern vereinigt, als unseren eigenen Gedanken, kraft dessen wir imstande sind, aus vorhandenem Material, dessen Eigenschaften wir aus Erfahrung kennen, Zusammensetzungen herzustellen, durch deren Aufeinanderwirken ein bestimmter Zweck erreicht wird, wie es durch eine Maschine oder durch ein chemisches Präparat geschieht.

    Der menschliche Geist kann vorhandenen Stoff zu bestimmten Zwecken zusammensetzen, allein er kann durch seien Gedanken oder Willen keinen Körper aus dem Nichts hervorrufen oder schaffen, auch nicht einmal das kleinste Sandkörnchen.

    Kein Mensch kann einen Körper aus dem Nichts schaffen, allein ebensowenig vermag er es, den Stoff zu vernichten. Unser eigener Körper kehrt nach den Tode "zur Erde zurück".

    Ob wir zu der Ewigkeit eine Minute oder eine Million Jahrhunderte hinzutun oder davon hinwegtun, ist gleichgültig, denn es bleibt immer Ewigkeit.

    Da Gott die höchste Potenz der Vernunft und der zur Welt zusammengesetzte Stoff das Werk derselben ist, so ist alles, was ist, vernünftig, vollkommen und keiner Verbesserung fähig, wie auch keiner Änderung, die nicht nach den ewigen, absolut vollkommenen Gesetzen vor sich geht.

    Da nun ein Wunde r nach der früher gegebenen Erklärung eine Handlung oder ein Ereignis ist, welches den Naturgesetzen widerspricht, so ist ein solches selbst Gott unmöglich, denn die höchste Vernunft kann nicht irren.

    Gott kann also kein Wunder tun und kann keinen Stoff aus dem Nichts erschaffen, ist also nicht allmächtig, und die Vorstellung von einem wundertuenden, allmächtigen Gott ist eine in sich selbst zerfallende.

    Diejenigen, welche damit ihrer Verehrung vor dem höchsten Wesen den höchstmöglichen Ausdruck gegeben zu haben meinen, sind im Irrtum, da, wie eben gezeigt wurde, diese Vorstellung von Gott eine zu geringe ist.

    Aus diesem Grunde wird die. Erziehung der Jugend auf das strengste vom Staat überwacht und der Kontrolle der Priester überlassen, damit diese die Kinderseele bereits mit dem Glauben vergiften, welcher zur Erhaltung der Religion absolut nötig ist.

    Seit die Reformation der "Freiheit eine Gasse" bahnte, sind aber über drei Jahrhunderte vergangen, und wenn auch die reformierten Fürsten und Priester über die Nützlichkeit des Religionszwanges ganz dieselben Ansichten haben wie die katholischen, so ist die Organisation der reformierten Kirche doch nicht so geeignet wie die der katholischen, der Entwicklung der Wissenschaft hindernd in den Weg zu treten, obwohl es an dem aufrichtigen Willen hierzu besonders bei den Geistlichen wahrhaftig nicht fehlte.

    Die Wissenschaft hat der Tat nach den Aberglauben vollständig überwunden, und trotz aller Bemühungen der Finsterlinge, trotz aller Hausmittel der Despoten, wie Zensur, Lehrzwang usw.

    Wer das Bedürfnis zur Religion fühlt, mag dieselbe ausüben und sich mit andern zu diesem Zwecke vereinigen; das Gesetz wird ihn in dieser Ausübung beschützen und sich erst dann hindernd einmischen, wenn durch diese Ausübung die gesetzlichen Rechte anderer beeinträchtigt werden.

    Ist die Religion durch sich selbst stark, so braucht sie keine Unterstützung und Begünstigung von seiten der Regierung; hat sie aber Grund, die Wissenschaft zu fürchten, so beruht sie auf Aberglauben, und je eher sie dem Feinde desselben unterliegt, desto besser ist es für die Menschheit.

    Der Widerstand geht nicht allein von den Pfaffen aus, sondern er wird durch das von ihnen im Aberglauben erzogene und erhaltene Volk teilweise unterstützt.

    Nun rächt sich "der Fluch der bösen Tat" an der Regierung, welche, als sie es noch wagen durfte, despotisch zu sein, mit allem Eifer den Pfaffen die.

    Es wäre törichte Feigheit, den Kampf nicht kräftiger fortzuführen, da der endliche Sieg des Wissens über den Aberglauben von keinem mit gesundem Sinne begabten Menschen mehr bezweifelt werden kann.

    Dieses historisch nachzuweisen, ist der spezielle Zweck nachfolgenden Buches. Katholische Priester, welche von Leuten befragt werden, die dieses Buch lesen, werden höchstwahrscheinlich alle oder viele von mir gemachten Angaben als Lügen bezeichnen, und viele werden ihnen glauben, wie sie ihnen andere Dinge glauben.

    Viele Priester werden meine Angaben wirklich für Lügen hal-. Wenn sie imstande sind, ihre Faulheit zu überwinden und ihnen an der Wahrheit liegt, so mögen sie sich belehren.

    Es wird sich diese Ansicht jedoch sehr bald als eine irrtümliche herausstellen. Zur Zeit, als Augustus sich zum römischen Kaiser gemacht hatte, schmachtete die ganze damals bekannte Welt unter dem Joch der Römerherrschaft.

    Geldgierige und gewalttätige Statthalter des Kaisers sogen die Länder des Orients aus und nahmen den Bewohnern noch das wenige, was ihnen von ihren einheimischen Fürsten gelassen wurde, welche die Römer aus Gründen einer klugen Politik nicht überall abschafften.

    Freiheit, Leben und Eigentum der Menschen waren der Willkür der Herrschenden preisgegeben: ihr Zustand war ein trostloser, und der unterdrückte Orient seufzte nach Erlösung von dem harten Joch.

    Alle unterdrückten Völker hoffen auf einen Helden, welcher sie aus der Knechtschaft erlösen wird, und die Dichter schaffen eine Sage und werden Propheten.

    An diese Messiashoffnung klammerten sich die Menschen jener Zeit um so fester und inbrünstiger, als sie sonst keine Hoffnung und keinen Trost nach irgendeiner Richtung hin hatten und von ihrer eigenen Ohnmacht, sich selbst zu helfen, vollständig überzeugt waren.

    Der Olymp verkehrte wenig mit dem Plebs, sondern hielt sich zur Aristokratie. Die von Homer und Hesiod erfun-. Der Glaube des Volkes an ihre Hilfe erstreckte sich vielleicht ungefähr so weit als der norddeutscher Katholiken an die der Heiligen.

    Sie hatten eine Vergangenheit, auf welche sie mit Stolz zurückblickten; sie glaubten, das auserwählte Volk Jehovas zu sein, welcher als ihr unsichtbarer König galt, der stets seit Moses durch die Propheten mit ihnen verkehrte.

    Die Römer waren den Juden als Heiden ein besonderer Greuel; sie meinten, ihre Not und Demütigung könne keinen höheren Grad erreichen und die Zeit des Erscheinens des Messias müsse nahe sein.

    Die Zeit war reif für das Erscheinen des Messias. Der Erlöser erschien; allein er erschien in einer anderen Gestalt, als ihn das Volk träumte; das Volk erkannte ihn nicht an, und die Aristokratie verachtete, verfolgte und kreuzigte ihn; denn kamen seine Grundsätze zur Geltung, so zerstörten sie nicht sowohl die Herrschaft der Römer, sondern machten der ihrigen ein Ende.

    Jesus war ein Revolutionär, der auch in unserer Zeit, wenn nicht gekreuzigt, doch standrechtlich erschossen oder in ein Zuchthaus gesperrt werden würde.

    Das Leben auf dieser Erde. Könige und Sklaven sind vor Gott gleich, und er richtet und belohnt die Menschen nicht nach ihrem Ansehen auf Erden, sondern nach ihren Handlungen und Absichten.

    Die Letzten und Geringsten, die ihre Leiden und Entbehrungen am geduldigsten tragen und tugendhaft bleiben, werden im ewigen Leben die Ersten, die Glücklichsten sein.

    Diese Lehre war Balsam für die verzweifelten Herzen der Armen; wer an sie glaubte, fest und innig glaubte, dem gab sie Kraft, alle und selbst die herbsten Leiden nicht nur zu ertragen, sondern selbst mit Freuden zu tragen und dem Tod ohne Furcht entgegenzugehen, denn derselbe war eine Erlösung, die Pforte zu einem ewigen Leben voll Glück.

    Jesus substituierte nur eine Behauptung durch eine andere; da aber der Glaube an seine Behauptung die Menschheit glücklicher machte als jeder andere, da er sie von den Leiden der Erde und der Furcht vor dem Tode erlöste, so war es ein sehr verdienstliches Werk, denselben zu erzeugen.

    Der in der Lehre enthaltene Trost machte die Menschheit diesem Glauben sehr geneigt; allein der alte Glaube der Juden beruhte auf der Autorität von Männern, die als Propheten galten, mit Gott in direktem Verkehr zu stehen vorgegeben und dieses Vorgeben durch wunderbare Handlungen unterstützt hatten.

    Die heutigen Hohenpriester und Pharisäer handeln ebenso wie die unter den Juden in jener Zeit. Derselbe Weg, den Jesus zur Ausbreitung seiner Lehre einschlug, hatte sich schon sechs Jahrhunderte vor dem Auftreten Jesu als praktisch bewährt; Buddha, der Reformator der indischen Religion, hatte ihn angewandt.

    Der Erfolg war derselbe und, wie wir jetzt beurteilen können, sogar in seinen Ausartungen und deren Folgen. Europäer, welche zum erstenmal in einen modernen buddhistischen Tempel in China treten, sind erstaunt über die Ähnlichkeit, die sie überall in den Gebräuchen mit denen der römischen Kirche finden.

    Buddha war jedoch der Sohn eines Königs, Jesus der Sohn eines Handwerkers, und diese Verschiedenheit bedingte schon eine Verschiedenheit der Handlungsweise.

    Dieser Opfertod erschien Jesus als eine Notwendigkeit; er war eine reiflicher Überlegung entsprungene Handlung.

    Am Ölberg betete er: "Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Philo, der ungefähr zwanzig Jahre nach dem Tode Jesu starb, erwähnt ihn gar nicht.

    Erst in den Schriften späterer Jahrhunderte wird Jesus als der Stifter der christlichen Religion genannt. Alles, was wir von Jesus wissen, wissen wir durch die Schriften seiner Jünger, die aus der Erinnerung aufzeichneten, was sich das Volk von der Jugend Jesu erzählte und was sie mit ihm erlebt und er bei dieser oder jener Gelegenheit gesagt hatte.

    Die Evangelien wurden viele Jahre nach dem Tode Jesu niedergeschrieben, und selbst das. Es sind dies die ihm zugeschriebene Göttlichkeit und die von ihm verrichteten Wunder.

    In der Einleitung haben wir uns über die Wunder ausgesprochen. Sind die dort ausgeführten Folgerungen richtig, so konnte Jesu keine Wunder verrichten, und die ihm zugeschriebenen wunderbaren Handlungen geschahen auf natürliche Weise.

    Sie kannten die Mittel nicht, durch welche diese Handlungen bewirkt wurden, denn wäre dies der Fall gewesen, so würden die Wunder ihnen nicht als solche erschienen sein und gerade die damit bezweckte Absicht, Glauben an Jesus zu erwecken, verfehlt haben.

    Was nun die Art der Erzählung der jünger von dem Geschehenen selbst anbetrifft, so wird man sie leicht begreifen und beurteilen können, wenn man die Erzählung eines ungebildeten Mannes, zum Beispiel eines in sein Dorf zurückgekehrten Bauern, anhört, der in der Residenz den Vorstellungen eines "Zauberers" beiwohnte, welcher sein Publikum durch geschickte und sinnreiche Anwendung von mehr oder weniger bekannten natürlichen Kräften in Erstaunen versetzt.

    Diese Kenntnisse verborgener natürlicher Kräfte sind Resultate der forschenden Wissenschaft, und es drängt sich uns natürlich die Frage auf: wo erwarb der Sohn eines Handwerkers diese Kenntnisse, welche selbst den Gebildetsten unter den Juden verborgen waren?

    Diese Wissenschaft gab ihnen natürlich auch andere Anschauungen über. Ägyptische Künste waren in der damaligen Welt weit und breit berühmt, und man belegte mit diesem Namen fast alle wunderbaren Handlungen, die man sich auf natürliche Weise nicht erklären konnte.

    Moses war von der Tochter Pharaos gerettet und durch ihre Vermittlung mit der Erlaubnis des Königs von den Priestern so gut erzogen worden, wie es nur der Sohn des Königs selbst hätte wünschen können.

    Seit jener Zeit vererbte sich die Wissenschaft unter den Juden, allein nur an einzelne, an Propheten, da sie sonst ihren Zweck verfehlt haben würde.

    Die geheimen Wissenschaften kamen in Verfall durch diese Verfolgungen und die an Unmöglichkeit grenzende Schwierigkeit, sie zu lehren. Waren doch sogar die Gesetzbücher des Moses gänzlich verlorengegangen, und selbst unter den Königen und Priestern hatten sie sich einzig auf dem Wege der Tradition nur unvollkommen erhalten.

    Der Priester Hilkia, unter der Regierung. Die eigentümliche Weise, in welcher sich der Charakter Jesu entwickelte, mochte anderen, oder wahrscheinlich ihm selbst, den weit höheren Gedanken eingeben, die Erlösung von der Knechtschaft geistiger aufzufassen und durch Schöpfung eines neuen Glaubens die Menschen von der Last des Lebens und der Furcht vor dem Tode zu befreien.

    Die Erzählung von der Versuchung durch den Teufel, der ihn auf einen hohen Berg führte und alle Reiche der Erde zeigte, kann schwerlich einen anderen Sinn haben.

    Die Wunder des Moses, der Propheten und Jesu aus den in der Bibel enthaltenen Erzählungen erklären zu wollen wäre ein ganz nutzloses Unternehmen.

    Die römische Kirche und andere Wundergläubige werden eine solche Erklärung auch ganz überflüssig finden; sie sagen, Jesus war Gottessohn, Gott selbst, und Gott ist allmächtig.

    Der Sohn eines Gottes war den Heiden keine so fremde Erscheinung. Obwohl Jesus sich Gottes Sohn nannte, so bezeichnete er doch auch alle Menschen als Kinder Gottes, und selbst das Gebet, welches er für alle gab, nennt ihn Vater.

    Die Göttlichkeit Jesu ist jedoch der Grundstein der römischen Kirche, und die ganze theologische sogenannte Wissenschaft beruht auf dieser Abgeschmacktheit, die sich übrigens auch in vielen anderen Religionen, namentlich in der indischen, findet und weiter nichts ist als eine Allegorie der Naturreligion.

    Es würde mich zu weit von meinem Ziele führen, wenn ich mich auf einen Nachweis darüber einlassen wollte; das haben tiefere Forscher und Geschichtskundige zur Genüge getan.

    Die Kirchenlehrer sind bei der Erklärung dieser Lehre noch weit unklarer als gewöhnlich und hüllen sich in einen Schwall von Worten, die dem nichtdenkenden Volke imponieren, weil es sie nicht versteht, was es in diesem Falle nicht nur mit den Denkern, sondern sogar mit den Erklärern selbst gemein hat, "denn eben wo Gedanken fehlen, da stellt ein Wort zu rechter Zeit sich ein".

    So vornehm und entrüstet sich diese Erklärer auch gebärden, wenn man sie über diesen Glaubensartikel befragt, so ist es mir doch nie gelungen, irgendeinen klaren, rein vernünftigen Gedanken auf dem Grund ihrer Erklärungen zu finden.

    Ihre Tugend und ihre Kraft waren ihr Verdienst, jedenfalls das Resultat der höheren Ausbildung ihres unvollkommenen menschlichen Geistes.

    Der Geist aber, der den Körper Jesu belebte, war nach der Kirchenlehre Gott, die höchste Potenz der geistigen Vollkommenheit, also keiner Vervollkommnung bedürftig oder fähig.

    Ein Gott, der am Kreuze verzweifelt, ist geradezu abgeschmackt und lächerlich. Wie anders dagegen erscheint uns Jesus, wenn wir ihn als einen Menschen betrachten, dessen zarter Körper von einem rein menschlichen Geiste belebt war!

    Das reine Leben eines solchen Jesus können wir bewundern und mit der Hoffnung nachahmen, das hohe Muster zu erreichen, da Jesus ein Mensch war; für seine Leiden haben wir Mitgefühl und Tränen, da er ein Mensch war, und für das Opfer, welches er mit seinem Leben der ganzen Menschheit brachte, fühlen wir die innigste Liebe, da es der höchsten, reinsten und uneigennützigsten Liebe entsprungen war.

    Die Versuchung und die Zeichen der Schwäche, sozusagen die Kennzeichen seiner Menschheit, die wir an ihm entdecken, machen ihn uns noch liebenswerter.

    Wie rührend menschlich ist die Handlung Christi bei der Einsetzung des Abendmahls! Die Kirche verfehlt nicht, unser Mitgefühl für diese Leiden in Anspruch zu nehmen, und betrachtet dann Jesus ganz als Mensch.

    Die Apostel und deren Schüler verbreiteten sie nicht allein in Judäa und den benachbarten Ländern, sondern machten zu diesem Zwecke weite Reisen und trugen die "frohe Botschaft" Evangelium von dem Erlöser der Welt in ferne Länder.

    Nachdem Jerusalem siebenzig Jahre nach Jesu Geburt von dem nachherigen römischen Kaiser Titus zerstört worden war, wurden die stets zum Aufruhr geneigten Juden über das ganze römische Reich zerstreut und mit ihnen die Christianer - so nannte man die Anhänger Jesu -, welche als eine jüdische Sekte betrachtet wurden, wie es deren mehrere gab.

    Dies trug sehr. Zur Zeit der Apostel und kurz nach derselben führten die Christen ein Leben, wie es den Lehren ihres Meisters würdig war; aber bald artete die Begeisterung, die sie beseelte und ohne welche keine gute Sache gedeihen kann, in religiöse Schwärmerei aus und nahm allmählich den Charakter einer Geisteskrankheit an.

    Man wollte sich gleichsam in Frömmigkeit überbieten und kam auf die wunderlichste Auslegung der verschiedenen, durch die Apostel aufbewahrten Aussprüche Jesu.

    Der roheste Christ hielt den gebildetsten und tugendhaftesten Nichtbekenner Jesu für einen Verworfenen; ja er glaubte sich durch jede nähere Gemeinschaft mit den Heiden zu verunreinigen.

    Aus diesem Grunde sonderten sich die Christen bald ganz und gar von diesen ab, zerrissen die zwischen ihnen bestehenden Verwandtschafts- und Freundschaftsverhältnisse und flohen alle Lustbarkeiten und Feste gleich Verbrechen.

    Mit einem Wort, trotz aller Tugendhaftigkeit und Rechtschaffenheit ihres Lebens fingen sie an, kopfhängerische, trübselige Narren zu werden.

    Die mit Schnelligkeit anwachsende Menge der Christen, ihr menschenfeindliches, abgesondertes Wesen, ihre geheimnisvollen Zusammenkünfte, denen die Verleumdungen der jüdischen und heidnischen Priester bald politische und verbrecherische Zwecke unterlegten, ihr feindseliges Benehmen gegen die Heiden -, alles dies erregte die Aufmerksamkeit der römischen Regierung; allein sie befolgte die sehr vernünftige Politik, sich nicht um die Religionen ihrer Untertanen zu bekümmern, wenn diese nicht die Veranlassung wurde zu Feindseligkeiten gegen die Einrichtungen des Staates und seine Gesetze.

    Die Christen hätten also ungestört unter der römischen Herrschaft leben und. Dies taten sie aber nicht, sondern in ihrem fanatischen Eifer forderten sie gleichsam die Regierung heraus.

    Sie verweigerten auf Grund ihrer Religion die allgemeinen Bürgerpflichten, wollten weder in den Krieg ziehen noch öffentliche Ämter annehmen und bewiesen den Kaisern Verachtung, anstatt ihnen die herkömmlichen Ehren zu erzeigen.

    Sie erreichten indessen ihren Zweck nicht, sondern bewirkten gerade das Gegenteil von dem, was sie bewirken wollten.

    Die Standhaftigkeit, mit welcher die Geopferten den qualvollsten Tod ertrugen, und die religiösen Ehren, welche die Gemeinde dem Andenken der Märtyrer widmete, fachten die Schwärmerei der Christen zum Fanatismus an.

    Die Heiden, welche Zeugen von der Standhaftigkeit und Freudigkeit waren, mit welcher die Christen die ärgsten Qualen und den Tod erduldeten, wurden mit Bewunderung erfüllt für eine Religion, die solche Kraft gab, und bekannten sich in Menge zu derselben.

    Die Zahl der Christen nahm täglich zu, gewann immer mehr Eingang auch unter den höheren Ständen und selbst am Hofe der Kaiser. Die Christen zur Zeit der Apostel hatten sich von der Gemeinschaft der Juden nicht getrennt, denn sie betrachteten sich vielmehr als die wahren Israeliten und Jesum als den längst erwarteten Messias.

    Endlich zwang sie aber die Feindseligkeit der Juden, eine eigene Gemeinde zu bilden. Die Verfassung dieser ersten christlichen Gemeinde war wie die einer jeden Gesellschaft, die aus gleichstehenden Mitgliedern besteht, denn alle Christen nannten sich Brüder.

    Keiner hatte vor dem anderen einen Vorrang, und sowohl ihre Pflichten als ihre Rechte waren vollkommen gleich.

    Zu ihren Vorstehern wählte die Gemeinde einige in allgemeiner Achtung stehende Männer, welche Presbyteren Älteste oder auch Bischöfe episcopi, Aufseher genannt wurden.

    Den Presbyteren standen Diakonen Helfer zur Seite, welche die reichlich beigesteuerten Almosen an die ärmeren Gemeindemitglieder austeilten und andere kleine Geschäfte übernahmen, die nicht schon von den Ältesten verrichtet wurden.

    Das taten auch die Presbyteren der alten Zeit; sie betrachteten sich als die Diener der Gemeinde, welche sie für ihre Dienste durch freiwillige Geschenke belohnte.

    Man kam zusammen in irgendeinem geräumigen Saal, ohne denselben weder zu diesem Zwecke auszuschmücken, noch ihm eine besondere Weihe und Heiligkeit beizumessen, denn dergleichen erschien den Christen als heidnische Torheit.

    Die Versammlungen waren einzig und allein der Belehrung und Erbauung gewidmet. Man las in ihnen die Briefe der umherreisenden Apostel vor oder Stellen aus den heiligen Büchern der Juden.

    Dann folgte ein belehrender Vortrag, den wohl meistens einer der Presbyteren hielt oder auch irgendein anderes Mitglied der Gemeinde, welches sich dazu geeignet und berufen fühlte.

    Das Gehörte wurde dann besprochen und den Unwissenden das erklärt, was sie etwa nicht verstanden hatten. So waren diese Versammlungen der Christen der apostolischen Zeit die ersten Volksschulen.

    Leider änderte sich aber dieser würdige und einfache Zustand der christlichen Gemeinden sehr bald und ging endlich in die Form der heutigen katholischen Kirche über.

    Es wird für unseren Zweck genügen, nur in leichten Umrissen anzugeben, wie eine so auffallende Veränderung, die dem christlichen Geiste so widerspricht, bewerkstelligt werden konnte.

    Bei ihren Beratungen führte anfangs der Älteste den Vorsitz, aber dieser war oft eben wegen seines Alters dazu nicht immer der tauglichste, und so zogen es denn die Presbyteren vor, den geeignetsten aus ihrer Mitte zum Vorsitzenden zu wählen, welcher, da er über alles die Aufsicht führte, zur Unterscheidung von seinen, ihm sonst übrigens durchaus gleichgestellten Kollegen vorzugsweise der Bischof genannt wurde.

    Die Gemeinden gewöhnten sich bald daran, in dem von ihren Vorstehern so ausgezeichneten Bischof ihren geistlichen Oberherrn zu sehen.

    Die Christen auf dem Lande hatten sich anfangs den Gemeinden in den Städten angeschlossen; als ihre Zahl sich aber vermehrte, wünschten sie eigene Gemeinden zu bilden, wenn sie auch die Gemeinschaft mit den Gemeinden in den Städten nicht aufgeben wollten, da ihnen dieselben besonders zur Zeit der Verfolgung und überhaupt von Nutzen war.

    Sie baten daher die Stadtbischöfe, sie mit Lehren und Vorstehern zu versehen, und ein solcher sandte ihnen gewöhnlich einen seiner Presbyteren.

    So wurde also schon in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts nach Jesu Geburt der Grund zur kirchlichen Aristokratie gelegt.

    Die Bischöfe konnten in den religiösen Angelegenheiten durchaus nicht nach Gefallen schalten und walten, sondern waren an die Einwilligung der Presbyteren und der ganzen Gemeinde gebunden.

    Dies war ihnen sehr unbequem, da sie nach unumschränkter Gewalt strebten, und zur Erlangung derselben benutzten sie die Provinzialsynoden.

    Wir haben schon früher beiläufig bemerkt, wie falsch die Aussprüche und Lehren Jesu häufig von den Christen verstanden wurden. So entstanden die Provinzialkirchenversammlungen.

    Die Gemeinden wurden auf denselben durch Abgeordnete vertreten, welche aus den Bischöfen, Presbyteren, Diakonen und einigen anderen Gemeindemitgliedern bestanden.

    Um diesen lästigen Zwang zu entfernen, erfand man ein eigentümliches Mittel, welches wir einen plumpen und ungeschickten Betrug nennen würden, wenn er - nicht gelungen wäre.

    Durch diese List waren die christlichen Gemeinden um den letzten Rest ihrer Freiheit gebracht und der eigennützigen Willkür der Bischöfe preisgegeben.

    Als Kaiser Konstantin die christliche Religion zur Staatsreligion machte, erlitten alle Verhältnisse der christlichen Kirche eine bedeutende Veränderung.

    Die Kaiser betrachteten sich selbst als Oberhäupter derselben; sie beriefen nicht nur. Der Kaiser war der Gnadenborn, aus dem auf seine Günstlinge Ehren und Reichtümer strömten, und die Bischöfe und Geistlichen wetteiferten in niedriger Schmeichelei, um deren möglichst viel zu erschnappen.

    Die Armut der Kirche und ihrer Diener hatte ein Ende. Schon Kaiser Konstantin bestimmte einen Teil der Staatseinkünfte zum Unterhalte der Geistlichen und begnadigte sie mit wichtigen Vorrechten.

    Das allereinträglichste war aber das Gesetz, durch welches er sie für berechtigt erklärte, Schenkungen anzunehmen, welche ihnen durch testamentarische Verfügungen gemacht wurden, was nach dem Gesetze des Kaisers Diokletian keinem Verein gestattet war.

    Nun war der Habgier der Geistlichkeit ein weites Feld geöffnet. Die niedrigsten und verächtlichsten Mittel wurden angewandt, um die bereits in Aberglauben aller Art versunkenen Christen zu reichen Schenkungen zu bewegen, und bereits nach zehn Jahren wagte niemand mehr zu sterben, ohne der Geistlichkeit ein Legat zu vermachen.

    Als Julianus n. Die reine und einfache Lehre Jesu hatte in der Tat bereits eine traurige Veränderung erlitten und war durch Wundermärchen und läppische Fabeln verunstaltet worden.

    Vor der ersten allgemeinen Kirchenversammlung zu Nizäa n. Auch von Wundern erzählen sie, die Jesus als Kind verrichtete. Einst habe derselbe mit anderen Kindern gespielt und mit ihnen aus Ton Vögel geformt; die von ihm gemachten seien sogleich fortgeflogen.

    Sterbend unterhielt sich der Kaiser über die Erhabenheit der menschlichen Seele, aber die Christen erzählten, er habe eine Hand voll Blut gen Himmel gespritzt und ausgerufen: "Du hast gesiegt, Galiläer!

    Mit Julian starb der letzte heidnische Kaiser; unter seinen Nachkommen breitete sich die Macht der Pfaffen immer mehr aus. Dasselbe ist der Fall mit einem schlechten Witz oder einer abgeschmackten Redensart oder einer Mode, über deren Möglichkeit man später selbst erstaunt ist.

    In einem der folgenden Kapitel werden wir davon merkwürdige Beispiele anführen. Sie hat Europa Jahrhunderte hindurch in ein trübseliges Narrenhaus verwandelt, und Millionen von Schlachtopfern sind der durch sie erzeugten Tollheit zum Opfer gefallen.

    Dieses Kapitel handelt von den Heiligen der römischen Kirche, denn die protestantische hat sie abgeschafft und nur die.

    Scheinheiligen behalten. All diese Heiligen, einige Ausnahmen abgerechnet, waren durch diese Religion wahnsinnig gemachte Menschen und würden, wenn sie heutzutage lebten, in Narrenhäuser gesperrt werden.

    Jeder Leser, der nicht von derselben Narrheit ergriffen ist, wird am Ende dieses Kapitels von der Wahrheit meiner Behauptung überzeugt sein. Das Egoistische und Unmoralische einer solchen Handlungsweise wurde gar nicht erkannt.

    Die Idee von der Verdienstlichkeit, körperliche Martern mit Freudigkeit zu ertragen und sich selbst zu schaffen, kam erst recht zur Geltung, als die während der Verfolgungen unter den Kaisern Dioktetian und Decius hingerichteten Christen durch ihre Standhaftigkeit so hohen Ruhm einernteten.

    Diese Schwärmerei nahm besonders im vierten Jahrhundert überhand, und was Zeno, Bischof von Verona um d. Diese düstere Ansicht verbreitete über die ganze christliche Welt eine Trübseligkeit, welche die Erde in der Tat zu einem Jammertal machte.

    Beweise dafür finden wir genug in der Geschichte wie auch in den Predigten und anderen geistlichen Schriften aus der Zeit nach der Reformation.

    Besonders reich daran sind die Gesangbücher, in denen sich hin und wieder noch jetzt nicht minder seltsame Verse finden wie der folgende, der wörtlich einem noch nicht sehr alten Breslauer Gesangbuch entnommen ist:.

    Weil Jesus es für nötig hielt, vierzehn Tage in die Wüste zu gehen - zu welchem Zweck hat er niemand gesagt -, so meinten die Schwärmer, auch in die Wüste laufen und ihren Leib durch Fasten und allerlei Qualen kasteien zu müssen, denn Jesus hatte gesagt: "Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir", und ferner: "Es sind etliche verschnitten aus Mutterleibe von Menschen, etliche aber, die sich selbst verschnitten haben um des Himmels willen.

    Willst du vollkommen sein, so gehe hin und verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben - komm und folge mir nach.

    Mancher, der schon aus Mutterleibe - am Gehirn - verschnitten und von Natur ein Narr war, mag durch Zufall mit. Diese Schwärmerei wurde epidemisch, und die sonst einsamen Wüsten bevölkerten sich wie Städte.

    Man hört nichts als Wehe! Einige wagen kaum, ihre brennende Zunge mit ein paar Tropfen Wasser zu erfrischen, und kaum haben sie einige Bissen Brot genossen, so werfen sie das übrige von sich, im Gefühl ihrer Unwürdigkeit.

    Sie denken nichts als Tod, Ewigkeit und Gericht! Sie haben verhärtete Knie, hohle Augen und Wangen, eine durch Schläge verwundete Brust und speien oft Blut; sie tragen schmutzige Lumpen voll Ungeziefer, gleich Verbrechern in Gefängnissen oder wie Besessene.

    Einige beten, sie ja nicht zu beerdigen, sondern hinzuwerfen und verwesen zu lassen wie das Vieh! Das Beispiel reizte die Eitelkeit auf, und einer suchte den anderen an Strenge und Selbstquälerei zu übertreffen.

    Einer dieser armen Verirrten und Verwirrten - Heiligen! Sehr viele behängten sich mit schweren eisernen Ketten und Gewichten.

    Der heilige Eusebius trug beständig zweihundertundsechzig Pfund Eisen an seinem Körper. Einer dieser Narren namens Thaleläus klemmte sich in den Reifen eines Wagenrades und brachte in dieser angenehmen Stellung zehn Jahre zu, worauf er sich, zur Belohnung für seine Ausdauer, in einen engen Käfig zurückzog.

    Wahrlich ein rarer Vogel! Einige taten das Gelübde - Frauen taten das, glaub' ich, nicht -, jahrelang kein Wort zu reden, niemand anzusehen oder auf einem Bein herumzuhinken oder nur Gras zu fressen und was des Unsinns mehr ist.

    Simeon stellte sich nämlich auf die Spitze einer Säule und blieb hier jahrelang stehen. Die erste Säule, die er zu diesem Zwecke benützte, war nur vier Ellen hoch, aber je höher sein Wahnsinn stieg, desto höher wurden auch seine Säulen.

    Wie er es eigentlich anfing, nicht herunterzufallen, wenn ihn der Schlaf überkam, ist schwer zu begreifen; allein wahrscheinlich gewöhnte er sich, stehend zu schlafen wie Pferde und Esel.

    Diese Säulentollheit fand viele Nachahmer, besonders im warmen Morgenlande. Der damalige Bischof war aber noch nicht so tief in den Geist der römischen Kirche eingedrungen wie Herr Bischof Arnoldi, der vor etwa zwanzig Jahren den angeblich ungenähten Rock Jesu für Geld zeigte, denn sonst würde er nicht die Säule haben umstürzen und den Narren - ich meine den Heiligen - zur Stadt hinausjagen lassen.

    Hieronymus geb. Dann hörte freilich alles auf, auch die Versuchung, und wenn ein Verdienst im Überwinden liegt, auch das Verdienst.

    Der sonst so vernünftige Kirchenvater Origenes tat dies ebenfalls; aber seine Tat war keineswegs originell, da heidnische Priester der Kybele diese unangenehme Operation ziemlich häufig mit sich vornahmen.

    Nun, Gott sei Dank, vor der Rückkehr dieses Fanatismus sind wir sicher! Den heiligen Pachomius trieb das innerliche Feuer in die Wüste, weil er es hier leichter zu ersticken meinte als in der Welt, wo soviel zweibeiniger Zündstoff umherläuft.

    Er kämpfte oft mit sich, ob er seinen entsetzlichen Qualen nicht durch den Tod ein Ende machen solle. Einst legte er sich nackt in eine Höhle, welche von Hyänen bewohnt wurde.

    Als das Entsetzliche geschehen war, ging es ihm wie manchem andern nach ähnlichen Vorfällen; er erkannte jetzt, wer seine Hand dabei im Spiel hatte, und gab dem schönen Mädchen als Dank eine ungeheure Maulschelle.

    Er fand eine Aspis oder kleine Brillenschlange und setzte sie in seiner Wut gleich einem Blutegel an das Glied, welches Origenes sich abschnitt.

    Pachom hielt dies für ein Wunder, und eine innere. Mit Mystizismus vereinigte Dummheit und daraus entstehende Schwärmerei stecken an und verbreiten sich wie Pest und Cholera.

    Die ganze Christenheit wurde von dieser asketischen Schwärmerei ergriffen. Pachomius, der eigentliche Stifter derselben, hatte in dem seinigen vierzehnhundert Mönche und führte noch über siebentausend andere die Aufsicht.

    Die Heiden mochten spotten, soviel sie wollten, um dieses heilige Feuer auszulöschen; es gelang ihnen nicht, denn die geachtetsten Kirchenlehrer priesen das Mönchs- und Einsiedlerleben über alles und nannten es den geraden Weg in das Paradies.

    Die heiligsten Bande der Natur wurden zerrissen. Ammo las seiner Braut die Briefe des Paulus an die Korinther vor! Johannes Colybita, der Sohn angesehener Eltern, wurde ebenfalls in der Brautnacht von dem frommen Kanonenfieber gepackt; er floh die Versuchung und ging in die Wüste.

    Das unüberwindliche Heimweh trieb ihn in die Vaterstadt zurück. Hier lebte er siebzehn Jahre als elender Bettler in einer Hundehütte, die er neben die Wohnung seiner um ihn trauernden Eltern gestellt hatte, denen er sich erst in seiner Todesstunde zu erkennen gab.

    Dies waren die Früchte der Lehren solcher Männer wie. Sehr viele trieben auch die Eitelkeit und der Ehrgeiz zum asketischen Leben, denn die Einsiedler und Mönche standen im höchsten Ansehen.

    Kamen sie in eine Stadt, so wurden sie im Triumph empfangen, und zogen sie bei einer solchen vorbei, dann strömten Tausende zu ihnen heraus, um sich ihren Rat und ihren Segen zu erbitten.

    Salamanius aus Kapersana, einem Dorfe am Euphrat, hatte sich in ein Haus sperren lassen, welches weder Fenster noch Türen hatte. Einmal im Jahr öffnete er diesen Käfig, um die Lebensmittel in Empfang zu nehmen, welche ihm herbeigeschleppt wurden, wobei der heilige Mann aber mit niemandem redete.

    Die Bewohner seines Geburtsortes glaubten, ein Recht auf diese Blume der Heiligkeit zu haben, und entführten den Narren; aber kaum hatten sie ihn einige Tage, als er ihnen wieder von den Bewohnern eines benachbarten Dorfes gestohlen wurde.

    Alle diese gewaltsamen Veränderungen waren nicht imstande, dem Heiligen ein Wort zu entlocken. Eine recht unschuldige Liebhaberei für einen Kaiser, die auch moderne Imperatoren haben, wenn das Federvieh nur aus der rechten Tonart kräht.

    Unter den "Vätern der Wüste" haben manche einen ganz besonderen Ruf der Heiligkeit erworben, teils durch die unerhörten Qualen, welche sie sich selbst auferlegten, teils durch die Wunder, welche ihnen zugeschrieben wurden.

    Unter den schrecklichen Operationen, die sie mit ihrem Körper vornahmen, litt auch der Geist, und so darf es uns nicht befremden, wenn diese Leute allerlei Erscheinungen und Visionen hatten, die sie für Wirklichkeit nahmen und die nur dazu dienten, ihren zerrütteten Verstand noch mehr zu verwirren.

    Die Kirchenschriftsteller, welche diese Wunder nacherzählen, waren ernsthafte Männer und tun dies im festen Glauben an die Wahrheit dessen, was sie berichten.

    Erst die spätern mag hin und wieder Eigennutz zum absichtlichen Betruge verleitet haben. Idi würde alle diese Wunder als abgeschmackt übergehen, wenn man sie nur allein in jener finstern Zeit geglaubt hätte, allein noch heute gelten sie Tausenden von römischen Katholiken als Wahrheit.

    Lange wollen wir uns übrigens in dieser halb bemitleidenswerten, halb lächerlich tollen, heiligen Gesellschaft nicht aufhalten. Wer den ganzen Unsinn der Wunder kennenlernen will, braucht nur eines der Heiligenbücher zu lesen, welche von der Geistlichkeit in den römisch-katholischen Ländern empfohlen und verbreitet werden.

    Paulus, St. Pachomius, St. Antonius, St. Hilarion und St. Macarius Nr. Die Schlachten, welche diese Himmelsstürmer mit dem Teufel lieferten, waren unzählig, und die ungeheure Tätigkeit des "Erzfeindes" kann nicht in Erstaunen setzen, da diese religiösen Don Quichotes in jedem Affen, in jedem andern Tier und namentlich in jedem Weibe, welche ihnen unvermutet begegneten, nicht nur höllische Windmühlen, sondern den höllischen Windmüller selber sahen.

    Alle Übel, welche ihr kranker Körper- und Seelenzustand mit sich brachte, wurden für Wirkungen des Teufels gehalten. Schöne Weiber, die ihm im Traume erschienen, hielt er erst recht für Teufel, da sie ihn am stärksten versuchten, und eine derartige "Versuchung des heiligen Antonius" sieht man häufig gemalt, weil sie die Phantasie der Maler lebhaft anregte.

    Manche der Einsiedler mag auch die Eitelkeit verführt haben, Erscheinungen vorzugeben, um ihr Verdienst in den Augen der Menschen zu erhöhen. Hexenprozesse fanden noch im vorigen Jahrhundert statt, und der gemeine Mann in vielen, nicht nur römischkatholischen Ländern glaubt noch heute steif und fest an Hexen.

    Dem heiligen Antonius werden viel Wunder zugeschrieben. Gar häufig umgaben sie zudringlich seine Höhle, warteten aber stets, bis er sein Gebet vollendet hatte, dann empfingen sie seinen Segen und zogen mit den christlichen Gedanken auf Raub aus.

    Als er den in seinem hundertunddreizehnten Jahre gestorbenen heiligen Paulus aus dem ägyptischen Theben begrub, halfen ihm zwei fromme Löwen das Grab machen.

    Als sie fertig waren, empfingen sie seinen Segen und zogen, christlich mit dem Schwanze wedelnd, vergnügt und mit erleichtertem Gewissen tiefer in die Wüste.

    Einst kam eine Hyäne an seine Tür und pochte bescheiden an. Dieser geht in seine Zelle, jene trollt vergnügt in die Wüste und raubt von nun an keine Lämmer mehr, sondern wahrscheinlich - Schafe.

    Das erste Wunder, welches der heilige Hilarion tat, klingt nicht so unglaublich. Und ist denn diese Krankheit unheilbar?

    O nein! Aber die Ärzte, die es vermöchten, sie zu heilen, meinen es nicht ehrlich, denn sie beuten diese Pest des Menschengeschlechtes zu ihrem Vorteil aus und fürchten ihre Macht zu verlieren, wenn die Welt von diesem Übel befreit wird.

    Andere meinen es ehrlich; aber Machthaber fesseln ihnen nicht allein die Arme, sondern versiegeln ihnen auch den Mund.

    Aber er fiel als ein Opfer seiner Menschenfreundlichkeit. Die Narren hängten ihn ans Kreuz! Was hätte aus dem trefflich begabten deutschen Volke werden können, wenn es sich auf ähnlichem Wege wie das griechische entwickelt hätte, oder auch — wenn ihm Christi Lehre in ihrer reinen Gestalt überliefert worden wäre!

    Aber was hat die christliche Kirche mit Christus gemein! Er predigte die Freiheit — sie aber die Sklaverei. Was haben die Deutschen durch das von den Pfaffen verpfuschte Christentum gewonnen?

    Statt hölzerner und steinerner Götzenbilder, die keinen Schaden taten, bekamen sie lebendige Pfaffen. Papst Alexander VI.

    Völker und Fürsten lagen vor den Päpsten im Staube. Man schämt sich, ein Mensch zu sein, wenn man überdenkt, durch welche Mittel es den Päpsten gelang, die Geister der Menschen in das Joch zu schmieden.

    Mit der schamlosesten Frechheit wurde die dummgläubige Christenheit geplündert, denn Geld! Scharen feister Mönche und Nonnen mästeten sich von dem sauer erworbenen Sparpfennig der Armen, die um so mehr bereit waren, die Koffer der Pfaffen zu füllen, weil es ihnen hier auf Erden so schlecht ging und sie sich doch wenigstens nach dem Tode ein bequemes Plätzchen sichern wollten.

    Von allen Seiten erhoben sich zwar Stimmen gegen das tolle Pfaffenwesen; sie wurden in Flammen erstickt, und bornierte Fürsten halfen getreulich die Ketzer vertilgen.

    Aber jeder vergossene Blutstropfen schien dem Pfaffentum einen neuen Feind zu gebären, und nun begann der Kampf Roms mit der Vernunft, welche es schon längst erstickt zu haben meinte.

    Auch Luther ging erst allmählich ein Licht auf; er war Mönch gewesen und zu Rom die Treppe zur Peterskirche auf den Knien andächtig hinauf- und hinuntergerutscht.

    Bis zum Ende seines Lebens konnte er seinen Geist nicht ganz von der Mönchskutte befreien. Er sind nun mehr als zwanzig Jahre verflossen, seit die erste Auflage dieses Buches in Leipzig erschien.

    Es begann damals sich überall zu regen. Der sich mündig fühlende Geist der Menschheit empörte sich gegen die ihm von dem Despotismus vergangener Jahrhunderte aufgezwängten Formen, und die Regierungen wandten die schon oft erprobten Mittel an, ihn zur Unterwürfigkeit zu bringen.

    Die Kirche blieb nicht zurück. Die alten und bereits beiseite gestellten Dogmen und Reliquien wurden aus der römischen Rumpelkammer wieder vorgesucht, und mit mitleidsvollem Zorn sah der Genius des neunzehnten Jahrhunderts die gläubige Herde zu Hunderttausenden nach Trier wallfahrten, einen von dem dortigen Bischof ausgestellten, angeblichen Rock Christi anzubeten.

    Leipzig war zu jener Zeit noch die ziemlich unbestrittene Metropole des deutschen Buchhandels, und in ihr vereinigte sich ein Kreis tüchtiger, strebsamer Männer, deren Namen zum Teil schon damals ruhmvoll bekannt waren oder es seitdem geworden sind.

    In dem neu erstandenen deutschen Schriftsteller-Verein fanden sie einen Vereinigungspunkt, wo mancher Gedanke geboren wurde, der später zur Tat reifte.

    Ich war einer der vierzehn Stifter dieses Vereins und kein untätiges Mitglied. Wir erlebten das Jahr Die Rockfahrt nach Trier empörte selbst die gebildete katholische Welt.

    In den von Robert Blum inspirierten sächsischen Vaterlandsblättern erschien der bekannte Absagebrief von Johannes Ronge. Sie hatten guten Willen, aber zu wenig Talent.

    Meine historischen Quellenstudien, namentlich die für meine Geschichte der niederländischen Revolution gegen Philipp II.

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